Die IGSP ist eine internationale Fachgesellschaft, die mit dem Ziel gegründet wurde, Schul- und Berufspraktische Studien in ihrer Eigenlogik und ihrer Mittlerstellung zwischen begründeten akademischen Ansprüchen einer wissenschaftlichen Lehrer*innenbildung einerseits und den Anforderungen berufspraktischen Handelns im Berufsfeld andererseits zu konturieren.

Seit ihrer Gründung 2015 führt die Fachgesellschaft alle zwei Jahre einen Kongress durch, der sowohl die Vernetzung von Akteur*innen und Forschenden im Kontext Schul- und Berufspraktischer Studien als auch die Entwicklung eines eigenen Gegenstandsbereichs im Kontext von Professionsentwicklung und Professionalisierungsforschung intendiert. Fachdidaktiker*innen, Erziehungswissenschaftler*innen, Fachleute aller Phasen der Lehrer*innenbildung sowie Akteur*innen der Bildungsverwaltung diskutieren dabei aus internationaler und interdisziplinärer Perspektive.

Während die ersten drei Kongresse der IGSP unter dem Slogan Lernen in der Praxis standen, markiert der 4. Kongress der IGSP eine Entwicklung: Durch die Erweiterung des Slogan vom Lernen „in der“ (nur als beruflich gedachten) Praxis intendiert die Fachgesellschaft nunmehr die Botschaft, Lernen und Praxis sowie das Verhältnis von Lernen und Praxis komplexer zu diskutieren: Oder anders ausgedrückt, das Lernen über, in, von, für, mit , (ohne) und als Praxis zu denken.

Zugleich verdeutlicht der gewählte Untertitel des 4. Kongresses „kohärent, interdisziplinär, transdisziplinär“, dass neben einer gegenstandsbezogenen, disziplinären (Selbst-)Positionierung und (Selbst-)Vergewisserung des Studienbereichs Schul- und Berufspraktische Studien auch die mit Interund Transdisziplinarität gekennzeichneten Beziehungen innerhalb der akademischen Institutionen der Lehrer*innenbildung (insbesondere der Fachdidaktiken) bzw. in das Professionsfeld hinein der vertieften Diskussion und Analyse bedürfen.

Welche Bedeutung dabei dem Anspruch an „Kohärenz“ zukommen kann und auf welcher Ebene diese dann theoretisch, curricular und in der Ausgestaltung entsprechender Formate bedeutsam würde, kennzeichnet den diskursiven Korridor des Kongresses.

Diskurse rund um schulische Praxisphasen und Professionalisierung haben in den letzten Jahren an Dynamik gewonnen, was auch an einer deutlich verbesserten Forschungslage sowie an ersten, theoretischen Positionierungen liegt. Sie konstituieren sich zwischen normativen Programmen (selbstreflexiver) Eignungsprüfung und dem Erwerb elementarer Handlungsfähigkeit einerseits und kritischer Distanzierung im Modus wissenschaftlicher Hinwendung zum Gegenstand Schul-/Berufspraxis sowie Professionsentwicklung andererseits. Theoretische und empirische Beiträge geben zunehmend Einblicke in den Facettenreichtum der Fundierungen und Zielsetzungen des Studienbereichs, in die Diversität der Formen der Einbindung in die lehrer*innenbildenden Studiengänge sowie die Entwicklung von Professionalität im Lehrer*innenberuf überhaupt.

Da sich empirisch eine Reihe (inkommensurabler) Zielhorizonte für den Studienbereich und seine Einbindung ausmachen lässt, scheint der Anspruch an „Kohärenz“ das Potenzial zur Konsensformel zu
haben, wobei offen ist, was darunter im Detail zu verstehen wäre.

Für den 4. Kongress der IGSP sind insbesondere Symposien und Foren gewünscht, welche die oben beschriebene Breite und Tiefe des Kongressthemas „Lernen in der Praxis. Kohärent, interdisziplinär, transdisziplinär?“ ausloten wollen und dabei einen oder mehrere der folgenden Zugänge wählen:

1. Empirische Forschung und Methodologie: z.B. Empirische Befunde zu Lernprozessen (angehender) Lehrpersonen im Rahmen von schulischen Praxisphasen, der Bedeutung von Kontextbedingungen, der Rolle verschiedener Akteure (Mentor*in, Praxislehrperson, Seminarleitung) sowie Darlegung von Entscheidungen für Forschungsdesigns, Methoden und Forschungsfokusse.

2. Theoriebildung: Einordnung von schulischen Praxisphasen in den Professions-/Professionalisierungsdiskurs und weitere Diskurse.

3. Verknüpfung von fachlichen, fachdidaktischen und erziehungswissenschaftlichen Perspektiven auf schulische Praxisphasen

4. Konzeptionen und ihre Evaluation: Begründungen konzeptueller Entscheidungen, Darlegung von Wirkungszusammenhängen, z.B. neue und bewährte Organisationsformen schulpraktischer Studien, Kooperationen zwischen Hochschulen, Schulfeld und Akteur*innen, Mentoring & Coaching

Das Programm umfasst 

• eine Pre-Conference mit einem Workshop-Angebot für Emerging Researchers
• Keynote-Präsentationen,
• Symposien
• Foren,
• Einzelbeiträge,
• Poster-Präsentationen in Form eines Poster Slams.

Kongressleitung:

  • Prof. Dr. Gabriele Bellenberg (Ruhr-Universität Bochum)
  • Dr. Carolin Kiso (Universität Osnabrück)
  • Prof. Dr. Christian Reintjes (Universität Osnabrück)
  • Kathi Thönes (Universität Osnabrück)
  • Jun.-Prof. Dr. Marcel Veber  (Universität Osnabrück)
  • Prof. Dr. Ulrike Weyland (Westfälische Wilhelm-Universität Münster)
  • Dr. Sarah Katharina Zorn (Westfälische Wilhelms-Universität Münster)

Hinweise zur Tagungsadministration

  • Homepage: https://www.igsp-kongress-osnabrueck-2021.de (ab 04.03.2020 online)
  • Konferenzverwaltungssystem Conftool:  https://www.conftool.pro/igsp2021/ (ab 01.04.2020 online)
  • E-Mail-Adresse: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
  • CFP als PDF zum Download
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